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Kapitaler Bock mit schwer wiegenden Folgen

OFC-Verteidiger Matej Miljatovic legt Siegtreffer der Gäste aus Fürth mit einem katastrophalen Kopfball perfekt auf / „Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen“ (Quelle: fr-online.de)

Der Mann war sichtlich bedient. Und zwar restlos. Sekundenlang kauerte Matej Miljatovic nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen. Die Versuche seiner Kollegen, ihn zu trösten, nahm der Abwehrhüne der Offenbacher Kickers gar nicht zur Kenntnis. Später, als der slowenische Innenverteidiger der Offenbacher Kickers zum Auslaufen aus der Kabine kam, mussten die aufgetürmten Wasserkästen den abgrundtiefen Frust des 1,90 Meter langen Verteidigers aushalten. Miljatovic malträtierte sie mit einem ordentlichen Fausthieb. Sprechen wollte der Lockenkopf dagegen nicht. Lediglich einen Satz brachte Miljatovic heraus: „Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen.“

Denn es war ein unfassbarer Blackout des in Maribor geborenen Defensivspezialisten, der den OFC den schon sicher geglaubten einen Punkt gegen den Aufstiegsaspiranten aus Fürth gekostet hatte. Drei Minuten vor Schluss hatte Miljatovic nach einer weiten Flanke des Fürthers Danny Fuchs von der linken Seite etwa eine Handvoll Optionen, um den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Doch der Mann mit der Nummer 24 auf dem Trikot wählte die einzige Variante, die er auf keinen Fall hätte wählen dürfen. Am „langen“ Fünfmetereck stehend, köpfte Miljatovic den Ball zentral vor das Offenbacher Tor und zu allem Überfluss auch noch direkt zum Fürther Mittelfeldakteur Martin Lanig. Der ließ sich nicht zweimal bitten und sorgte mit einem gekonnten Fallrückzieher für das 2:1 der Gäste und damit deren Sieg.

Vorwürfe an Miljatovic von Seiten der Teamkollegen gab es indes nicht. Ein Tätscheln hier, ein Schulterklopfen da: Die OFC-Profis fühlten mit dem kantigen Innenverteidiger, der in der Vorrunde noch ein Garant für solide Defensivarbeit gewesen war, ehe er in der zweiten Saisonhälfte seine Form verlor. Auch Trainer Wolfgang Frank wollte nicht den Stab über den Slowenen brechen, auch wenn ihm der kapitale Lapsus des Verteidigers ein Rätsel war, „weil der Junge einer ist, der normalerweise den Sicherheitsfußball bevorzugt“.

In der Tat löst Miljatovic brenzlige Situationen sehr oft ohne Kompromisse, leichtsinnige Aktionen sind eigentlich nicht seine Sache. Am 1. April 2007 um 16.42 Uhr hat Matej Miljatovic nicht kompromisslos geklärt, und so wurde der Stopper zum Verlierer des Spiels. Was er darüber dachte, wollte er zwar nicht sagen, aber sein Gesichtsausdruck verriet mehr als tausend Worte. hunz

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